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Leesa Matratze Testbericht 2018

Im Laufe des vergangenen Jahres, im Zuge des Trends der sogenannten „One-fits-all“-Matratzen, stieß auch die Leesa Matratze vom nordamerikanischen Markt in Europas Onlinehandel vor. Für den deutschsprachigen Markt wird die Leesa-Matratze in Deutschland hergestellt.

Im Rahmen dieses Matratzen-Tests schauen wir uns die Leesa Matratze nun etwas genauer an: Wir werden uns zunächst den Aufbau und die bei der Leesa Matratze verwendeten Materialien in den Matratzenschichten und den Bezügen näher anschauen.

Anschließend gehen wir speziell auf die an uns gelieferte Leesa Matratze ein: Von der anfänglichen Lieferung in der Box über das Auspacken und Auslegen bis hin zu Schlaf- & Liegegefühl, welche wir in unserem mehrmonatigen Probeschlafen ausgiebig testen konnten.

Wie ist die Leesa Matratze aufgebaut? Die drei Schichten der Leesa unter der Lupe

Die Leesa Matratze ist eine Matratze, die aus drei unterschiedlichen Varianten von Schäumen zusammengesetzt ist. Diese verteilen sich über insgesamt drei Schichten: Die Deck-, Mittel- und Basisschicht.

Die Deckschicht ganz oben besteht aus 5cm hohen Avena-Schaum, der hinsichtlich seiner Eigenschaften dem Material Latex sehr ähnlich ist. Avena-Schaum hat eine gute Kühlungsfunktion, eine weiche Oberflächenstruktur und hat in der Regel eine hohe Lebensdauer. Das Raumgewicht des Avena-Schaums, der in der Leesa verwendet wird, beträgt circa 50kg/m3.

Die 5cm hohe Mittelschicht der Leesa hat ebenfalls ein Raumgewicht von etwa 50kg/m3 und besteht wiederum aus Viskoschaum, der mitunter auch als sogenannter Memoryschaum bezeichnet wird. Dieses Material passt sich an die jeweiligen Druckpunkte des Körpers beim Liegen an und gilt deshalb als besonders anschmiegsam. Zugleich passt sich Visko an Umgebungs- und Körpertemperaturen an und ist damit in seinen Materialeigenschaften sehr flexibel.

Die Basisschicht der Leesa Matratze ganz unten besteht hingegen aus einer 15cm hohen Schicht aus festem Kaltschaum (PU- / Polyether-Schaum), der ein Raumgewicht von 33kg/m3 besitzt. Dieser Basisschaum verleiht der Matratze Stabilität und unterstützt die beiden darüber liegenden Schichten in ihren Eigenschaften und Funktionen.

Ummantelt sind diese Schichten von einem durchaus ansprechenden, in grauen Farbtönen mit weißen Streifen gestalteten, Außenbezug (100% Polyester) mit weicher Oberflächenstruktur.

Welche Maße sind bei Leesa-Matratzen möglich und wieviel kostet eine Leesa Matratze?

Die Leesa-Matratze gibt es in fünf verschiedenen Größen (alle mit einer Höhe von 25cm):

  • 80x200cm – 400€
  • 90x200cm – 425€
  • 140x200cm – 615€
  • 160x200cm – 695€
  • 180x200cm – 775€

Weitere Größen sind, wohl auch aufgrund des Geschäftskonzepts einer für alle Menschen gleich aufgebauten Matratze („One-Fits-All“/OFA), nicht erhältlich (vermutlich um die Produktionsmengen sowie Lager- und Produktionskosten überschaubar zu halten).

Auch die Anfertigung von Matratzen mit Sondermaßen ist bei einer Leesa Matratze leider nicht möglich, da nur eine gewisse Bandbreite an Matratzen-Maßen unterstützt wird. Eine Wahl des Härtegrades ist ebenfalls nicht möglich, da es sich um eine „One-Fits-All“ / OFA Matratze handelt, also stets aus der gleichen Kombination aus Materialien besteht, unabhängig von den Kundenwünschen. Hier sind andere, etwas spezialisiertere Hersteller, wie z.B. HONGi, deutlich flexibler.

Unsere Erfahrungen mit der Lieferung und dem Auspacken der Leesa Matratze

Unser Exemplar der Leesa Matratze wurde per UPS innerhalb von 6 Tagen geliefert. Der erste Zustellversuch schlug fehl, da seitens UPS nicht angekündigt wurde, in welchem Zeitfenster sie liefern, beim zweiten Mal hat es dann aber letztlich geklappt.

Vom UPS-Boten wurde die über 40kg schwere Versandbox der Leesa immerhin noch vor die Haustür geliefert. Ins obere Stockwerk wollte er sie nicht bringen, geschweige denn dabei helfen. Es wurde von ihm stattdessen viel Spaß beim Hochtragen gewünscht, bevor er – schallend lachend – von dannen zog. Das war eher unangenehm, aber dafür kann Leesa selbst nichts, derlei unfreundliche Praktiken sind bei Versanddiensten ja mittlerweile leider Alltag.

Zur Verpackung der Leesa: Die Matratze wird gerollt, gefaltet und vakuumverpackt in einer kompakten weiß-blau gestreiften Box geliefert. Je nach Transportweg und Versanddienstleister kann die Box dabei mehr oder minder leiden. In unserem Fall war die Box doch recht ramponiert und stark beschädigt, die Leesa Matratze darin war jedoch davon nicht betroffen und ihre transparente Hülle glücklicherweise unbeschädigt.

Nach dem Auspacken füllt sich die Leesa Matratze – deutlich auch an den zischenden Geräuschen hörbar – binnen wenigen Minuten mit Luft und ist dann auch prinzipiell gleich einsatzbereit. Wie bei so vielen Schaummatratzen, sollte beim Ausrollen / Auslegen der Matratze zugleich auch gut gelüftet werden, da der Matratze ein chemischer Geruch anhaftet, der sich jedoch binnen ein paar Stunden verflüchtigt.

Das Schlaf- & Liegegefühl auf der Leesa Matratze

Nachdem wir die Leesa in Empfang genommen haben, wurde von uns (Seiten- & Bauchschläfer, mittleres Lebensalter, durchschnittliche BMIs) auch ausgiebig darauf zur Probe gelegen. Unser Ersteindruck nach den ersten 3 Nächten war zunächst wie folgt: Ein eher mittelhartes Liegegefühl, die Oberfläche ist zunächst kuschlig-weich und dennoch Stabilität gebend. Nach ca. 20-30 Minuten des Liegens merkt man, dass sich die Viscoseschaum bzw. Memoryschaum-Schicht an die jeweilige Körperform anpasst und man etwas stärker einsinkt. Gerade der letztere Punkt ist ein Faktor der gut und schlecht zugleich ist, da es vom individuellen Schlafempfinden abhängt, ob man diese Anschmiegsamkeit schätzt oder nicht.

Unsere Leesa Matratze ausgerollt
Unsere Leesa Matratze vollständig ausgepackt und ausgerollt

Nach circa 3 Monaten des Testens und Probeliegens der Leesa Matratze können wir zu den oben genannten Punkten noch folgendes ergänzen: Die Qualität der verwendeten Schäume ist in allen Schichten relativ hoch, es gab kein Nachlassen bei der Stabilität und der Stützwirkung der Leesa Matratze. Die Atmungsaktivität der Leesa ist jedoch eher mittelmäßig. Die Memoryschaumschicht ist durch die hohe Anschmiegsamkeit und das Einsinken bei hohen Sommertemperaturen in manchen Nächten doch eher von Nachteil gewesen – dies spürt man vor allem dann, wenn man eh schon zum Schwitzen neigt.

Die Stabilität ist für Seitenschläfer und Rückenschläfer dafür ganz gut und lässt sich am ehesten mit einem mittleren Härtegrad und Liegegefühl beschreiben. Für Bauchschläfer könnte die Leesa Matratze aber in so manchen Fällen etwas zu hart und nachteilig in Bezug auf die Position des Rückgrats sein: Gerade bei etwas längerer Nutzung war die Leesa in unserem Test in der Bauchposition nicht so bequem wie für andere Liegepositionen.

Die Pflege einer Leesa Matratze

Da es sich bei der Leesa Matratze um eine reine Schaummatratze handelt, kann man den Matratzenkern der Leesa nicht wirklich gut reinigen. Der Außenbezug lässt sich hingegen nicht nur mit einem Staubsauger absaugen sondern auch abnehmen. Im Gegensatz zu den Bezügen anderer Onlinematratzen-Hersteller lässt sich bei der Leesa der Bezug jedoch nicht regulär in der Waschmaschine waschen. Während z.B. bei Filip Lenz Matratzen und HONGi Matratzen Außen- und Innenbezüge problemlos bei 60 Grad Celsius und bei einer Casper-Matratze immerhin bei 40 Grad Celsius waschbar sind, ist beim Bezug der Leesa lediglich Handwäsche mit lauwarmen Wasser möglich bzw. vom Hersteller empfohlen, da ansonsten das Material und der Bezug beschädigt werden. Hier steht Design also leider ein bißchen über dem praktischen Nutzen.

Es empfiehlt sich dementsprechend bei der Leesa, zusätzlich zum Außenbezug des Herstellers, einen weiteren Bettbezug über die Matratze zu legen oder gar gleich zu einem zusätzlichen Matratzenschoner zu greifen. Sollte es dann nämlich einmal dazu kommen, dass man Wein oder andere schwierig zu entfernende Verunreinigungen auf der Matratze verteilt, so ist zumindest nicht gleich sofort der Außenbezug der Leesa dauerhaft beeinträchtigt.

Unser Test-Fazit zur Leesa Matratze

Die Leesa Matratze ist ein Allround-Matratzenmodell, mit allen Vor- & Nachteilen, die sich beim Kauf von „One-fits-all“-Matratzen ergeben. Die Zufriedenheit mit der Matratze hängt somit sehr vom individuellen Körper und dem gewünschten Liegegefühl ab: Seiten- & Rückenschläfer, die eher mittelhart / mittelweich liegen möchten und zudem beim Schlafen etwas in ihre Matratze einsinken möchten, können mit einer Leesa durchaus glücklich werden. Falls man selbst oder der Partner / die Partnerin jedoch z.B. eher auf dem Bauch liegt und dazu noch zum Schwitzen neigt, würden wir aufgrund unserer Erfahrungen mit den Materialeigenschaften der Matratzenschichten der Leesa jedoch eher zu einer anderen Schlafunterlage raten.

Das ansprechende Design des Außenbezugs der Leesa ist hingegen ein Blickfang und kennt man eher von teureren Matratzenherstellern. Da dieser jedoch nur in einem eingeschränkten Rahmen waschbar ist (Handwäsche oder allenfalls Schonwaschgang) und man somit realistischerweise zusätzliche Bettbezüge und / oder Matratzenschoner braucht, relativiert sich dieser Aspekt jedoch.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist dafür generell auf jeden Fall gut: Die gebotenen Materialien und die Verarbeitungsqualität sind in Ordnung. Man bekommt mit einer Leesa Matratze eine solide mittelklassige Matratze, die sich an sich nicht zu verstecken braucht.

Leesa Matratze Testbericht 2018
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